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Königin Charlotte besucht Hürben

Charlottenhöhle Entdeckung Königin Charlotte Anfahrt

Für Samstag, den 23. September 1893, eine Woche nach der Einweihung, hatte "Ihre Majestät Königin Charlotte von Württemberg ihren allerhöchsten Besuch in Hürben" angesagt. Sie verband ihn mit Visitation von sozialen Einrichtungen in Stadt und Bezirk Heidenheim, die sie hier wie im ganzen Land tatkräftig betreute.

 

Mit dem königlichen Extrazug traf sie mit großem Gefolge um 10:30 Uhr in Heidenheim ein. Trotz schlechten Wetters ließ die Königin auf der Fahrt durch Heidenheim ihren Hofwagen offen, um das zahlreich erschienene, begeistert winkende Publikum in den prächtig geschmückten Straßen nicht zu enttäuschen.
 

Die Zeitungen berichten von herzlichen Begrüßungen bei jedem Halt mit Liedern und eigens verfaßten Gedichten. Stets wird das äußerst liebenswerte Wesen der Königin hervorgehoben, die für alle "huldvolle Worte" fand.

Empfang der Königin in Hürben

Nachmittags gegen 15:15 Uhr traf unter Glockengeläute der Hofwagen mit viel Begleitung in Hürben ein. Am Ortseingang war eine Ehrenpforte errichtet. Der ganze Ort war bekränzt und mit Fahnen geschmückt. Alle Hürbener und viele Schaulustige aus der Umgebung waren auf den Beinen, um Ihre Majestät zu begrüßen. Außer dem Gefolge der Königin waren alle Bezirks- und Gemeindebeamten sowie die Geistlichkeit erschienen. Zu den Ehrengästen zählten Oberamtmann Filser, Professor Dr. Fraas, Oberförster Sihler und Paul Reisser, der Erbauer der elektrischen Beleuchtung. Der Hürbener Veteranen- und Kriegsverein und die Schulkinder bildeten Spalier. 16 Mädchen in Hürbener/Brenztäler Tracht und natürlich die "Bürgerlichen Kollegien", Gemeinderat und Bürgerausschuss, standen bereit.

Der Höhlenaufgang und –Eingang, die Gaststätte und die Umgebung waren von Oberamtsbaumwart Nissler zusammen mit dem Hürbener Gärtner Biermann und vielen fleißigen Händen aufs trefflichste dekoriert und mit Fahnen geschmückt worden.

Regen drückt Feststimmung nicht

Da der Weg zur Höhle durch das schlechte Wetter aufgeweicht war, hatte man ihn mit fast 300 Meter 1,2 Meter breitem Rupfen belegt. Die Heidenheimer Stadtkapelle spielte, und ein Extraaufgebot an Landjägern sorgte für Ordnung und Sicherheit.

Pfarrverweser Brezger begrüßte den hohen Gast mit einer kurzen, herzlichen Ansprache, welche die Königin dankend erwiderte. Die hübschen Trachtenmädchen gefielen der Königin besonders gut und sie richtete freundliche Worte an einige von ihnen.

Von der Höhle beeindruckt

In der Höhle beim Berggeist sangen die Schulkinder das Württemberger-Lied "Preisend mit viel schönen Reden", danach übernahm Prof. Dr. Fraas die Führung. Die Königin war sichtlich überrascht und beeindruckt von der Schönheit dieses Naturwunders und zeigte sich erfreut, dass dieses Kleinod ihren Namen tragen würde.

Die elektrische Beleuchtung war für diesen Tag mit weiteren 149, teils farbige Lampen verstärkt worden, was ebenfalls höchste Bewunderung erregte.

In der Höhlenmitte, im "Königssaal", endete die elektrische Installation. An dieser Stelle hatte man zur besonderen Ehre der Landesmutter ein Illuminationsbrett mit den Buchstaben "CH" aus 69 farbigen Lampen angebracht. Die Königin ging bei Kerzenlicht noch tiefer ins Höhleninnere bis zur "Kristallgrotte", um die Höhle auch bei Kerzenschein kennenzulernen.

Ein Histörchen

Eine Begebenheit am Rande wird vom Besuch der Königin erzählt: Der Schlupf bei der Schatzkammer war damals noch wesentlich enger als heute, und die etwas vollschlanke Monarchin sei mit ihren bauschigen Röcken steckengeblieben. Durch Ziehen vorne und Schieben hinten soll sie wieder befreit worden sein!

Ein Festmahl ist bereitet

Nach einer halben Stunde verließ die Königin die Höhle und begab sich in die neuerbaute Gaststätte, wo sie "geruhte, einen von der Gemeinde gereichten Imbiß zu sich zu nehmen".

An der hufeisenförmige Tafel Königin Charlottes nahmen acht Personen Platz, darunter Oberamtmann Filser, Oberförster Sihler und Schultheiß Kost, mit denen sie sich in ihrer liebenswerten Art lebhaft unterhielt.

Serviert wurde Kapaun, Aufschnitt, italienischer Salat, Schinken, Champagner, Wein und Kaffee. Dies kostete zusammen 75 DM also etwa 9,40 DM pro "Couvert", den glatten Wochenlohn eines Arbeiters!

Die Gesamtkosten für die Einweihung der Höhle und den Besuch der Königin dürften über 2.000 DM betragen haben!

Abschied von Hürben

Gegen 16:30 Uhr erfolgte unter begeisterten Hochrufen die Abfahrt der Königin zunächst zur Kinderrettungsanstalt in Herbrechtingen und wenig später zum Bahnhof, wo der Extrazug "Ihre Majestät" mit Gefolge in die Residenz zurückbrachte. Die Höhle hatte durch den Besuch der Königin ihre schönste Weihe erhalten!

Württembergs letzte Königin

Nach dem Tod seiner ersten Gemahlin heiratete Prinz Wilhelm von Württemberg im Jahre 1886 die 22jährige Prinzessin Charlotte zu Schaumburg-Lippe. Im Oktober bestieg er als Wilhelm II. den württembergischen Thron.

Nach dem Tode ihres Gemahls 1921 lebte Königin Charlotte zurückgezogen im Kloster Bebenhausen.

Sie starb am 16. Juli 1946 im Alter von 82 Jahren. Ihre letzte Ruhestätte befindet sich auf dem alten Friedhof in Ludwigsburg an der Seite ihres Gatten und dessen erster Gemahlin.

 

Zur Begrüßung Ihrer Majestät der Königin Charlotte
(Auszug aus dem Begrüßungsgedicht von Dekan Landenberger)

Im Schoße der Erde, wo nirgends ein Leid,
Da liegt vergessen, verborgen
Die Tropfsteinhöhle voll lieblicher Pracht;
Nun tagt auch ihr noch ein Morgen.
Herein tritt heute der Königin Fuß;
Sie gewähret der glänzenden Grotte
eigenen Namen; sie trägt ihn von heut´,
Den Namen der Königin Charlotte.
So möge ein höherer, himmlischer Glanz
Ihr Wirken auf Erden erhellen;
Dann sprudeln aus liebenden Herzen empor
Lebendige, segnende Quellen.
Drum hebet, Ihr Freunde, empor nun das Glas
und ruft mit begeistertem Munde:
"Hoch lebe die Fürstin, die Mutter des Landes,
Stets denken wir dankbar der Stunde!"

(von Robert Epplen)

 





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